Paddeln abseits von Corona

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Als Trainer und und Organisator im Verein war der Start in dieses Jahr undankbar. Viele Fahrten ware

n angesetzt, Ausschreibungen vorbereitet und Zeltplätze reserviert. Und dann… Nun ja. Immerhin hängen daran bei uns keine beruflichen Existenzen, wie bei den privaten Anbietern. Nichtsdestoweniger ist das mehr als ärgerlich. Für die Erwachsenengruppe sollte ein kontinuierlicher Aufbau zum Seekajak stattfinden:

  • Regelmäßiges Training am Donnerstag mit Sicherheitsübungen
  • Erster Erfahrungen im Seekajak auf der Ostsee
  • Gepäckfahrt zu Harriersand
  • Erste Tour auf der Nordsee

Nun viel das Training weg und auch die Möglichkeit in der Gruppe auf die Ostsee zu gehen und dort angeleitet zu fahren.

Himmelfahrt – Klein-Waabs

Kurz vor Himmelfahrt kam dann aber die Nachricht: Schleswig-Holstein lässt wieder Touristen ins (Bundes-)Land. Eine spontane Gemeinschaftsfahrt verbot sich weiterhin, aber immerhin konnte das Revier nochmal besichtigt werden. Kurzerhand wurde schnell ein x-beliebiger Zeltplatz herausgesucht und am Donnerstag in der Früh schnell alles beladen und los.

Nun waren wir zu zweit vor Ort, ich und meine Freundin, die noch eher Seekajaknovizin ist. Zwar sehr versiert im Wildwasser, aber diese langen Boote sind doch trickreicher als man denken mag. Mangels Vorbereitung hatten wir auch kein Kartenmaterial und der Ort war auch mehr von der Frage bestimmt, wo man am Mittwoch spätabends noch einen Zeltplatz buchen kann.

Kayak towing on baltic seaAuf ging es nach Klein-Waabs in der Eckernförder Bucht, südlich von Damp2000. Ich hatte zuvor noch mit einer sehr erfahrenen Seekajakerin gesprochen, da sie öfter in der Region ist, ob sie Kartenmaterial hat, es stellte sich heraus, dass sie zusamnenmit drei weiteren aus ihren Verein in Flensburg einchecken wird. So machten wir gleich Pläne für eine Ausfahrt für den Samstag aus.

Dies hieß aber auch, dass wir uns darauf auch vorbereiten wollten. Also ein paar Sicherheits- und Navigationsübungen auf der Ostsee waren der Plan für den Freitag. Der Wind blies freundlicherweise anlandig mit 4 Beaufort, das sorgte dann am ersten Tag für die nötigen Wellen von der Seite, sodass wir auch genug Brandung für realistische Sicherheitsübungen hatten. So konnte Chrissy direkt das Handling der Schleppleine ausprobieren und ich ließ mich mal eine Runde ziehen.

Nachdem wir schon für diese kleine Übungsrunde von unseren Nachbarcampern – mit Solargartenlampen, Hundezaun und Satellitenschüssel – für verrückt erklärt wurden, wollten wir dann am Folgetag die Tour zum Leuchtturm machen.

Um 11 Uhr wollten wir uns am Parkplatz treffen und gemeinsam das Briefing machen und losfahren. Gesagt, getan. Die Tour versprach sportlich zu werden, die einfache Strecke durch die Bucht zum Leuchtturm sind 8 Kilometer, dazu hat sich dann der Wind mit 4 Beaufort, in Böhen 5 angekündigt, aus Richtung Südwest. Der Blick in die Karte verrät, dass dies für den Hinweg Rückenwind und zurück Gegenwind bedeutete.

Kaum waren wir aus dem Bereich der Bucht herausgefahren, fing es auch schon an zu blasen. Die Wellen bauten sich auf und so langsam konnte man anfangen zu surfen. In dem mit mir beinahe überladenen Touryak tauchte regelmäßig die Spitze in die vordere Welle, aber so ließ sich auch gut Tempo machen. 

Nach einer guten Stunde und einer Kenterung waren wir auch am Leuchtturm. Wind und Wellen verhinderten aber eine richtige Pause. Es war nur im Päckchen möglich kurz was zu trinken und zu essen, es wehte uns aber immer wieder Richtung Fahrrinne der Segler. Das ist doch etwas mehr als unentspannt, also zurück.

Die Fahrt gegen den Wind dauerte ungleich länger, war doch auch nicht weniger spannend. Die Wellen kamen mit knapp einem Meter von vorne und so wurde man mit der entgegenwehenden Gischt der Wellenkrone regelmäßig gekühlt, das ist wichtig, damit es nicht zu einer Überhitzung der Oberarme kommt. 

Schnell waren die erste Mitpaddelnden an der Schleppleine und nach kurzer Zeit bauten wir einen großen Inline-Schlepp auf. So hat sich das Training am Vortag jedenfalls ausgezahlt. Ermüdende drei Stunden später hatten wir es dann wieder an unseren Ausgangspunkt geschafft. Zwischendurch gab es nur zwei weitere Kenterungen und eine beinahe Kollision mit einem Großsegler, der nur mal gucken und winken wollte, nichts der Rede wert.Strand Beach Pasta

Aber umso lohnender waren danach die Nudeln am Strand, jetzt hatte auch der Wind nachgelassen und so konnte der Akku wieder aufgeladen werden, bevor es zurück auf den Zeltplatz ging. Am nächsten Tag ging es zurück nach Bremen, aber da war schon klar, dass wir am kommenden Wochenende direkt nach Flensburg fahren.

Pfingsten – Flensburg

Hoch im Norden, kurz vor der Grenze zu Dänemark ist Flensburg, eine kleine, aber sehr feine Stadt in der nach ihr benannten Förde. Der EFKK hat dort einen wunderschönes Vereinsgrundstück mit direktem Zugang zu Strand und Ostsee. War das vorige Wochenende noch vom starken Wind und dem entsprechenden sportlichen Paddeln geprägt, ging es zu Pfingsten mehr um Sommer, Sonne und Genuss. 

Die Förde lag spiegelglatt da und unsere erster Ausflug führte uns vorbei an der Marineschule Mürwik – das Hogwarts Schleswig Holsteins – zum Flensburger Innenhafen. Dort gab es ein leckeres Fischbrötchen und dann zurück. So kann ein ruhiger Ausflug zu Wasser auch aussehen. Flensburger Bier SonnenuntergangDer Sonntag wird Strandtag, eigentlich wollten wir paddeln, aber der Platz ist so verlockend und irgendwie hatten wir auch kein konkretes Ziel vor Auge, daher raus aus dem Bus, gefrühstückt und dann die ganzen 50 Meter weiter bis zum hauseigenen Ostseestrand. So geht auch Paddelurlaub. Am Ende des Mais war es in Schleswig-Holsteins Norden schon lange genug hell und es ist auch schon warm genug, dass man es bis um 23 Uhr draußen aus hält.

So faul wollten wir jedoch nicht bleiben und am Montag machten wir uns in Richtung der Halbinsel Holnis auf. In der Woche zwischen Himmelfahrt und Pfingsten hatten wir uns Karten besorgt und wussten daher genau, dass ab Schausende das Naturschutzgebiet beginnt und es erstmal keine Strände für eine ausgedehnte Pause mehr gibt, daher landeten wir an, bevor der nächste Ort begann. 

Etwas abgelegen, konnte so eine Mittagsruhe gehalten werden, inklusive Nickerchen meinerseits. Auf dem Rückweg mussten wir leider auf der deutschen Seite der Förde bleiben, der Platzwart des EFKK hatte uns vorgewarnt, es gab schon einige Paddler auf der dänsichen Seite, aber regelmäßig fuhr jedoch die Wasserschutzpolizei und der Zoll vorbei. Einen coronabedingten Grenzkonflikt mit dem Königreich Dänemark wollten wir vermeiden.
Also gab es auch keinen Stopp an Annies Kiosk in  Sønderhav, aber sicher ist sicher.

Ausblick Sommer und Herbst 2020

Es gibt mittlerweile mehr und mehr Lockerungen bezüglich der Bestimmungen zum Umgang mit Corona, so ist es uns möglich am jetzigen Wochenende doch die Gepäckfahrt zum Harrier Sand zu veranstalten, der private Sommerurlaub ist auch gerettet, auch wenn es schmerzt, dass es keine Jugendwildwasserwoche geben wird. Im Spätsommer werde ich versuchen eine kleine Ausfahrt nach Baltrum zu organisieren. Es ist also noch nicht alles abgeschrieben. Wir hoffen, dass auch ihr tolle Touren und Fahrten anstehen habt.

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